Wie Fenelio entstanden ist
Fenelio ist kein Franchise und auch keine Idee, die in einem Pitchdeck geboren wurde. Tabea Kornfeld hat 2018 in einer Wohnung nahe dem Oranienplatz mit sechs Matten angefangen, weil sie selbst nach der Arbeit keinen Kurs gefunden hat, in dem sie nicht entweder unterfordert oder überfordert war. Der Name ist ein Kunstwort aus ihrem zweiten Vornamen und einem alten Spitznamen, nichts Exotisches, nichts, das man googeln und dann in eine Sanskrit-Folie pressen muss. Die ersten Gäste kamen über Nachbarinnen, über eine Grafikerin aus dem Haus und über Leute, die den Zettel im Bioladen gesehen haben. Es war eng, es war ehrlich, und es hat gereicht, um zu merken: Es braucht in Kreuzberg nicht noch eine riesige Kette, sondern einen Raum, in dem man nach einem Tag voller Nachrichten wieder bei sich ankommt. 2021 haben wir das Erdgeschoss in der Dresdener Straße 38a übernommen. Vorher war dort ein kleiner Laden, die Fliesen waren kalt, die Decke zu hell. Wir haben den Boden tauschen lassen, die Wände in ein ruhiges Dunkel gezogen und Vorhänge genäht, die das Straßenlicht weich machen. Draußen bleibt Kreuzberg laut. Drinnen hörst du vor allem den Atem der Gruppe und ab und zu eine Straßenbahn. Das ist Absicht. Wir wollten keinen Showroom, in dem Influencer Spiegel-Selfies machen, sondern einen Arbeitsraum für Körper, die den ganzen Tag sitzen, schieben, tragen oder am Bildschirm hängen. Die zwei Fotos rechts zeigen denselben Raum aus zwei Richtungen: einmal leer, einmal in der Praxis. So sieht Fenelio aus, wenn niemand filtert. Die GmbH haben wir später gegründet, als das Team größer wurde und Verträge, Miete und Versicherungen nicht mehr in ein privates Konto gehörten. Inhaberin ist weiterhin Tabea, das Handelsregister liegt beim Amtsgericht Charlottenburg. Wenn du uns besuchst, triffst du oft sie selbst an der Tür, manchmal Lena oder Mira, die den Abendkurs übernehmen. Wir stellen uns vor, wir duzen, und nach ein paar Mal kennt man die Gesichter. Mehr Geheimnis steckt nicht dahinter. Die Geschichte ist kurz, weil wir lieber üben als uns selbst feiern. Wer Details zu Preisen und Formaten will, findet sie unter Leistungen. Wer wissen will, wohin wir mit der Arbeit wollen, liest die Ziele darunter und die Jahre rechts in der Linie.
Wofür dieser Ort da ist
Ziele klingen schnell nach Strategiepapier. Bei uns sind es eher Leitplanken, an denen wir uns festhalten, wenn jemand vorschlägt, doch bitte eine App mit Streaks zu bauen oder den Raum am Wochenende an Events zu vermieten, die nichts mit Übung zu tun haben. Wir wollen, dass Menschen hier atmen lernen, ohne dass jemand ihnen eine Persönlichkeit verkauft. Wir wollen Gruppen, in denen noch Platz zwischen den Matten ist. Wir wollen Lehrerinnen, die bleiben, statt alle drei Monate ausgetauscht zu werden. Und wir wollen Preise, die das Studio tragen, ohne dass du das Gefühl hast, in einem Club mit versteckten Gebühren zu stehen. Die Stäbe unten sind keine Bewertungen von dir. Sie zeigen, wie viel Gewicht wir intern auf ein Thema legen, wenn wir den Plan fürs Jahr machen. Achtsamkeit heißt bei uns nicht, dass jemand mit einer Klangschale durch die Gegend wandert. Es heißt, dass die Stunde eine Pause hat, in der niemand redet, und dass wir Verletzungen ernst nehmen statt sie wegzulächeln. Gemeinschaft heißt, dass du nach dem Kurs noch zwei Sätze sagen kannst, ohne gleich in den Flur geschoben zu werden, und dass neue Gesichter nicht drei Wochen lang unsichtbar bleiben. Körperarbeit heißt, dass wir Alignment erklären und nicht nur Playlists aufdrehen. Zugänglichkeit heißt, dass Hatha und Yin ohne Vorerfahrung gehen, dass Probestunden existieren und dass niemand wegen eines unbeweglichen Hüftbeugers schief angeschaut wird. Verlässlichkeit heißt pünktlicher Beginn, klare Absageregeln und ein Plan, den du am Montag schon für den Donnerstag kennen kannst. Örtliche Verwurzelung heißt, dass wir in Kreuzberg bleiben, die Nachbarschaft kennen und keine zweite Filiale aufmachen, nur weil es irgendwo günstiger wäre. Wenn du das liest und denkst, klingt nach wenig Glamour: ja. Genau so arbeiten wir 2026 weiter.
Die Jahre, die uns geformt haben
Eine Timeline klingt nach Museum, dabei sind das einfach die Punkte, an denen sich bei uns etwas verschoben hat. Kein Jahr war ein Durchbruch im Sinne von Bühne und Applaus. Eher: Wir haben etwas ausprobiert, es hat gehalten oder nicht, und dann sind wir weitergegangen. Wenn du Fenelio 2026 betrittst, steht dahinter genau diese Kette aus Wohnzimmer, Umzug, Team und einem Plan, der nicht jedes Quartal neu erfunden wird. Lies die Jahre ruhig von oben nach unten. Du musst sie nicht auswendig lernen. Sie erklären nur, warum der Raum so wirkt, wie er wirkt, und warum wir uns mit großen Versprechen zurückhalten. Wer 2018 dabei war, erkennt den Ton wieder. Wer 2026 zum ersten Mal kommt, soll trotzdem nicht das Gefühl haben, in eine geschlossene Clique zu stolpern. Genau dazwischen arbeiten wir.
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2018
Erste Stunden in der Wohnung, sechs Matten, ein gebrauchter CD-Player, Tee in Gläsern. Tabea unterrichtet Hatha am Dienstag und Sonntag. Die Gruppe kennt sich über den Hinterhof. Es gibt noch keine Website, nur eine Mailadresse und einen Zettel an der Tür.
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2019
Yin kommt dazu, weil mehrere Gäste nach langen Bürotagen nicht noch einen kraftvollen Flow wollten. Erste 10er-Karten, handgeschrieben. Lena steigt als zweite Lehrerin ein, nachdem sie Monate als Gästin geübt hat.
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2021
Umzug in die Dresdener Straße 38a. Boden, Licht, Vorhänge. Plötzlich Platz für zwölf Matten, den wir trotzdem selten komplett füllen. Die GmbH wird vorbereitet, Verträge wandern aus dem privaten Konto.
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2023
Privatstunden werden fest im Plan. Pranayama-Abende einmal die Woche. Das Team wächst auf vier. Wir streichen ein geplantes Brunch-Event, weil der Raum danach nicht mehr nach Übung gerochen hat.
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2025
Sechs feste Lehrerinnen. Klare Absageregeln, weil Abendkurse sonst mit Geisterplätzen liefen. Bonusprogramm in der heutigen Form, ohne Punkte-App, nur mit Stempel und Anruf.
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2026
Zwölf offene Stunden, rund 340 regelmäßige Gäste, derselbe Eingang, dieselbe Klingel. Wir bleiben in Kreuzberg, halten die Gruppen klein und schreiben diese Seite neu, damit du weißt, mit wem du übst, bevor du das erste Mal die Schuhe ausziehst.